Infiltrationstest: So prüfst du, wie gut dein Boden Wasser aufnimmt (kurz) (2)

Ein Infiltrationstest ist eine einfache Methode, um die Wasserdurchlässigkeit deines Bodens zu bestimmen. Er hilft dir dabei, die Fähigkeit deines Bodens zur Aufnahme und Speicherung von Wasser zu beurteilen – ein entscheidender Faktor für gesunde Pflanzen und nachhaltige Landwirtschaft.


Was du über den Infiltrationstest wissen solltest

Zweck und Nutzen

  • Schnelle Einschätzung: Der Test zeigt, wie schnell oder langsam Wasser im Boden versickert.
  • Vergleichsmöglichkeit: Du kannst Unterschiede zwischen verschiedenen Bodenflächen (z. B. humusreich vs. verdichtet) erkennen.
  • Praktische Anwendung: Keine teuren Geräte nötig – der Test ist mit einfachen Mitteln durchführbar.

Durchführung

  1. Materialien:
  • Ein Metallring (ca. 5–10 cm tief, z. B. ein Eimer oder eine selbstgebaute Vorrichtung).
  • Wasser (gleichbleibende Menge für jeden Test).
  • Stoppuhr zum Zeitmessen.
  1. Ablauf:
  • Drücke den Ring 5–10 cm tief in den Boden.
  • Fülle ihn mit einer festgelegten Wassermenge (z. B. 1 Liter).
  • Misse die Zeit, bis das Wasser vollständig versickert ist.

Beispiel: Unterschiede im Boden

  • Humusreicher Boden (regenerativ bewirtschaftet):
  • Das Wasser versickert oft in etwa 7 Minuten.
  • Gute Struktur durch Regenwürmer und Mikroorganismen.
  • Verdichteter Boden (z. B. Maisfeld oder überweidete Flächen):
  • Das Wasser steht nach 15 Minuten noch am Rand des Rings.
  • Hohe Erosionsgefahr und Oberflächenabfluss.

Warum die Bodenstruktur wichtig ist

Gute Infiltration = Gesunder Boden

  • Wasseraufnahme: Sie ermöglicht die Speicherung großer Regenmengen ohne Staunässe.
  • Erosionsschutz: Verhindert Oberflächenabfluss und Bodenerosion.
  • Pflanzenverfügbarkeit: Wasser steht den Pflanzen länger zur Verfügung.

Schlechte Infiltration – Warnsignale

  • Schon 5 mm Regen können zu Oberflächenabfluss führen.
  • Bodenaggregate zerfallen, Feinteilchen verkleben → der Boden wird „dicht“.
  • Wasser fließt direkt ab (nicht pflanzenverfügbar, keine Grundwasserneubildung).

Die Rolle der Makroporen

  • Sie sind hauptverantwortlich für die schnelle Infiltration:
  • Entstehen durch Regenwürmer, Wurzeln und Mikroorganismen.
  • Signalisieren einen lebendigen, aktiven Boden.
  • Ermöglichen den Wasserdurchfluss ohne Staunässe.

Was der Test zeigt

Nach dem Infiltrationstest kannst du erkennen:

  • Wie schnell oder langsam Wasser im Boden versickert.
  • Unterschiede in der Bodenstruktur (z. B. verdichtet vs. locker).
  • Verschlammungstendenzen und Aggregatstabilität.

Tipps für die Durchführung

Mehrere Teststellen wählen – die Wasserdurchlässigkeit schwankt stark!
Vergleiche sind aussagekräftiger als einzelne Werte.
Wiederhole den Test auf verschiedenen Positionen.


Handlungsempfehlungen für bessere Infiltration

  • Regenwürmer fördern: Durch Gründüngung, Mulch und reduzierte Bodenbearbeitung.
  • Gründüngung: Lockert den Boden und verbessert die Porenstruktur.
  • Verdichtungen vermeiden: Leichter Traktor, weniger Überfahrten.

Fazit

Der Infiltrationstest ist ein einfaches, aber wirksames Werkzeug, um die Gesundheit deines Bodens zu überprüfen. Mit den richtigen Maßnahmen kannst du die Wasserspeicherung verbessern – zum Vorteil für Pflanzen und Umwelt!

Quellen:

  • Dr. Gernot Bodner (Universität für Bodenkultur Wien)
  • Sven Studer (Praktische Anleitungen zur regenerativen Landwirtschaft)
  • LANUK NRW & Wasserschutzberatung RLP
Emil
Emil

Emil ist ein fiktiver Garten-Opa – erschaffen mit Hilfe von KI. Mit ruhiger Stimme, starken Oberarmen und Jahrzehnten (virtueller) Erfahrung bringt er das Wissen in den Garten, das man sonst oft nur von früher kennt.

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