Ein Infiltrationstest ist eine einfache Methode, um die Wasserdurchlässigkeit deines Bodens zu bestimmen. Er hilft dir dabei, die Fähigkeit deines Bodens zur Aufnahme und Speicherung von Wasser zu beurteilen – ein entscheidender Faktor für gesunde Pflanzen und nachhaltige Landwirtschaft.
Was du über den Infiltrationstest wissen solltest
Inhalt
Zweck und Nutzen
- Schnelle Einschätzung: Der Test zeigt, wie schnell oder langsam Wasser im Boden versickert.
- Vergleichsmöglichkeit: Du kannst Unterschiede zwischen verschiedenen Bodenflächen (z. B. humusreich vs. verdichtet) erkennen.
- Praktische Anwendung: Keine teuren Geräte nötig – der Test ist mit einfachen Mitteln durchführbar.
Durchführung
- Materialien:
- Ein Metallring (ca. 5–10 cm tief, z. B. ein Eimer oder eine selbstgebaute Vorrichtung).
- Wasser (gleichbleibende Menge für jeden Test).
- Stoppuhr zum Zeitmessen.
- Ablauf:
- Drücke den Ring 5–10 cm tief in den Boden.
- Fülle ihn mit einer festgelegten Wassermenge (z. B. 1 Liter).
- Misse die Zeit, bis das Wasser vollständig versickert ist.
Beispiel: Unterschiede im Boden
- Humusreicher Boden (regenerativ bewirtschaftet):
- Das Wasser versickert oft in etwa 7 Minuten.
- Gute Struktur durch Regenwürmer und Mikroorganismen.
- Verdichteter Boden (z. B. Maisfeld oder überweidete Flächen):
- Das Wasser steht nach 15 Minuten noch am Rand des Rings.
- Hohe Erosionsgefahr und Oberflächenabfluss.
Warum die Bodenstruktur wichtig ist
Gute Infiltration = Gesunder Boden
- Wasseraufnahme: Sie ermöglicht die Speicherung großer Regenmengen ohne Staunässe.
- Erosionsschutz: Verhindert Oberflächenabfluss und Bodenerosion.
- Pflanzenverfügbarkeit: Wasser steht den Pflanzen länger zur Verfügung.
Schlechte Infiltration – Warnsignale
- Schon 5 mm Regen können zu Oberflächenabfluss führen.
- Bodenaggregate zerfallen, Feinteilchen verkleben → der Boden wird „dicht“.
- Wasser fließt direkt ab (nicht pflanzenverfügbar, keine Grundwasserneubildung).
Die Rolle der Makroporen
- Sie sind hauptverantwortlich für die schnelle Infiltration:
- Entstehen durch Regenwürmer, Wurzeln und Mikroorganismen.
- Signalisieren einen lebendigen, aktiven Boden.
- Ermöglichen den Wasserdurchfluss ohne Staunässe.
Was der Test zeigt
Nach dem Infiltrationstest kannst du erkennen:
- Wie schnell oder langsam Wasser im Boden versickert.
- Unterschiede in der Bodenstruktur (z. B. verdichtet vs. locker).
- Verschlammungstendenzen und Aggregatstabilität.
Tipps für die Durchführung
✅ Mehrere Teststellen wählen – die Wasserdurchlässigkeit schwankt stark!
✅ Vergleiche sind aussagekräftiger als einzelne Werte.
✅ Wiederhole den Test auf verschiedenen Positionen.
Handlungsempfehlungen für bessere Infiltration
- Regenwürmer fördern: Durch Gründüngung, Mulch und reduzierte Bodenbearbeitung.
- Gründüngung: Lockert den Boden und verbessert die Porenstruktur.
- Verdichtungen vermeiden: Leichter Traktor, weniger Überfahrten.
Fazit
Der Infiltrationstest ist ein einfaches, aber wirksames Werkzeug, um die Gesundheit deines Bodens zu überprüfen. Mit den richtigen Maßnahmen kannst du die Wasserspeicherung verbessern – zum Vorteil für Pflanzen und Umwelt!
Quellen:
- Dr. Gernot Bodner (Universität für Bodenkultur Wien)
- Sven Studer (Praktische Anleitungen zur regenerativen Landwirtschaft)
- LANUK NRW & Wasserschutzberatung RLP

